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Das Projekt 47 der SchülerInnen der Stephen-Hawking-Schule in Neckargemünd

15 SchülerInnen der SRH Stephen-Hawking-Schule in Neckargemünd wollten selber erfahren, welche Menschen und Schicksale sich hinter den „Flüchtlingen“ verbergen und sich nicht länger auf die veröffentlichten Meinungen oder auf Vorurteile verlassen. Selbst ein Bild entwerfen und danach aus erster Hand berichten können – diese Absicht stand im Vordergrund des Projekts Nr. 47, welches vom 07. bis 11. März im Rahmen einer UNESCO-Projektwoche durchgeführt wurde. Unter dem Motto „Schau hin – misch dich ein!“ beschäftigten sich dabei mehrere Hundert SchülerInnen in klassen- und bildungsübergreifenden Gruppen mit globalen Herausforderungen rund um die Themen Menschenrechte, Demokratie und Toleranz.

Sie organisierten ein Frühstück für Flüchtlinge:

Flüchtlinge! Wer steht hinter diesem Wort, das seit Monaten zu jeder Minute des Tages aus jedem noch so unberufenen Mund quillt? Das unsere Medien verstopft und zunehmend die Köpfe der Menschen.

Flüchtlinge! Was sind das für Menschen, wo kommen sie her, warum kommen sie und was wollen sie bei uns?

Etwa 15 SchülerInnen der Stephen-Hawking-Schule in Neckargemünd wollten diesen Fragen selbst nachgehen und sich nicht länger auf die veröffentlichten Meinungen ode auf Vorurteile verlassen. Selbst ein Bild entwerfen und danach aus erster Hand berichten können – diese Absicht stand im Vordergrund des Projekts Nr. 47, welches vom 07. bis 11. März im Rahmen einer UNESCO-Projektwoche durchgeführt wurde. Unter dem Motto „Schau hin – misch dich ein!“ beschäftigten sich dabei mehrere Hundert SchülerInnen in klassen- und bildungsübergreifenden Gruppen mit globalen Herausforderungen rund um die Themen Menschenrechte, Demokratie und Toleranz. Die Stephen-Hawking-Schule, dies als Hintergrund, ist eine staatlich anerkannte Privatschule im SRH-Verbund mit einem breiten Angebot sowohl für Kinder mit Körperbehinderung als auch für nicht behinderte Kinder. Es finden sich 9 Bildungsgänge unter einem Dach – von der Grundschule bis zum Gymnasium werden über 750 Kinder und Jugendliche unterrichtet.

Über Kontakte wurden einige LehrerInnen auf die Aktivitäten desCafe Mokka aufmerksam. Sie besuchten uns an einem Montag, schauten und hörten sich um und fragten schließlich, ob wir einer Einladung folgen und mit einigen Schutzsuchenden an ihrem Projekt mitwirken würden. Wir wollten. Sprachen einen der uns näher bekannten Montagsgäste an und gaben die Zusammenstellung der Reisegruppe in seine Hände. Jeweils 7 Jungs konnten wir am Mittwoch und Donnerstag mitnehmen und die Kontingente erschienen dann auch pünktlich und fast vollzählig am Treffpunkt.

Luxus pur: wir wurden mit einem Kleinbus abgeholt! Und was folgte, erfüllte uns einfach nur mit Staunen. Unsere Gastgeber haben sich alle Beine für uns ausgerissen und über zwei Tage verwöhnt. Kulinarisch und inhaltlich. Einfach großartig!

 

„Mein neues Leben in Deutschland“ lautete der Untertitel im Projekt 47. Und er verdeutlicht, dass die SchülerInnen nicht nur einfach mal sehen wollten, wie junge Männer aus Afghanistan aussehen. Sondern dass sie sich ernsthaft für den einzelnen Menschen und seine Geschichte interessieren. Hast du Familie zu Hause? Kannst du mir auf Googlemaps dein Haus zeigen? Warum musstest du vor den Taliban fliehen und woher kommt diese Wunde an deinem Arm? Dürfen Frauen in deiner Heimat sich auch so anziehen wie wir? Viele Fragen, die über den Tag hinweg gestellt und bei Kennenlernspielen, gemeinsamem Essen, Fußballspiel und dösen in der Sonne beantwortet wurden. Und am Ende die Erkenntnis, dass die Welt doch nur ein Dorf ist und es nur weniger Stunden bedarf, um sich nahe zu kommen und sich zu verstehen. Man albert herum, lacht, redet, tauscht Telefonnummern aus. Warum dann die Welt nicht friedlicher ist, warum sich nicht alle so gut verstehen wie die 20 jungen Leute – das ist die bittere Pille des Tages, die man auf dem Weg nach Hause schlucken muss. Die SchülerInnen gehen – mitsamt ihrer handicaps – zurück in ihr gewohntes Leben. Die afghanischen Jungs zurück in die Kreissporthalle und eine ungewisse Zukunft. Die gemeinsame Zeit an der Hawking-Schule kann ihnen aber keiner mehr nehmen. Und einer sagte dann auch zu mir: „Heute bin ich sehr glücklich!“

Was nehmen wir mit? Da sind zum einen viele neue Bekanntschaften und der Wunsch, weitere gemeinsame Projekte zu machen. Die Einladung zu unserem Mokka-open-air am 09. Juli steht und vielleicht können wir dazu auch Teile der Schulband gewinnen.

Da ist weiterhin ein großer Karton mit Spielen für das Cafe Mokka. Sie wurden von einer weiteren Projektgruppe gespendet, die gebrauchte Spiele gesammelt und im Rahmen einer Tombola verkauft hat. Für uns haben sie auf einen Teil ihres Erlöses verzichtet. Vielen Dank dafür.

Und da ist ein wunderschönes Erinnerungsplakat, das uns anlässlich des Schulfestes am Samstag von den 47ern überreicht wurde. Dazu sind wir noch einmal nach Neckargemünd gefahren und durften sogar zur Präsentation des Abschlussfilms mit auf die Bühne.

Mein Dank geht an die Schüler der Hawking-Schule sowie die verantwortlichen Betreuer. Ich habe selten so viele herzliche und weltoffene Menschen auf einem Fleck gesehen.

Es war toll mit euch!

img_2368 Frühstück